„Du bist doch nicht autistisch?!“
Wenn Menschen anderen gegenüber den Verdacht äußern, dass sie autistisch sein könnten, erleben sie in ihrem Umfeld daraufhin oft ungläubige oder sogar ablehnende Reaktionen. Insbesondere dann, wenn sie nicht dem klassischen Bild eines Autisten entsprechen, sondern sogenanntes Masking vorliegt. Und manchmal sogar dann, wenn sie bereits die Diagnose „Autismus“ erhalten haben.
Diese Reaktionen klingen dann ungefähr so:
- „Du doch nicht!“
- „Dafür bist du viel zu sozial.“
- „Du wirkst doch ganz normal.“
Oder auch:
- „Sind wir nicht alle ein bisschen autistisch?“
Sie sagen allerdings weniger darüber aus, ob die betreffende Person tatsächlich autistisch ist oder nicht, sondern viel mehr über unser gesellschaftliches Bild von Autismus. Und sie können stark verunsichern und zu Selbstzweifeln führen.
Dieser Artikel möchte darüber aufklären, wie sich das Bild von Autismus in der Forschung in den letzten Jahren gewandelt und erweitert hat, was Masking bei Autismus ist und wie es sich zeigt bzw. eben nicht zeigt. Und er möchte Betroffenen Mut machen, ihrem eigenen Erleben zu vertrauen und die Reaktionen des Umfeldes zu hinterfragen.
Das Problem: Unser veraltetes Bild von Autismus
Wir haben eine Vorstellung davon, wie „autistisch sein“ aussieht. Wenn die Wahrnehmung, die wir von einer Person haben, nicht dazu passt, passiert es immer wieder, dass Menschen in Frage stellen, ob überhaupt Autismus vorliegt.
Unser gesellschaftliches Bild von Autismus sieht so aus:
- männlich konnotiert
- laut
- sozial offensichtlich auffällig
- wenig reflektiert
Historisch betrachtet stand vor allem der sogenannte frühkindliche oder klassische Autismus im Vordergrund (vgl. Kanner, 1943). Dieser geht oft, wenn auch nicht immer, mit deutlichen sprachlichen Auffälligkeiten, verzögerter Entwicklung und teilweise auch mit einer Intelligenzminderung einher.
Das kann sich beispielsweise darin zeigen, dass Kinder kaum sprechen oder Sprache sehr ungewöhnlich verwenden, stark auf Routinen bestehen oder Schwierigkeiten haben, mit anderen Menschen zu interagieren.
Im Laufe der Zeit wurde er diagnostisch um den sogenannten atypischen Autismus ergänzt (ab 1994 diagnostiziert), bei dem nicht alle klassischen Merkmale eines frühkindlichen Autismus erfüllt sind und die Symptome oft weniger eindeutig erscheinen.
Dazu kam ebenso der Asperger-Autismus, bei dem in der Regel durchschnittliche bis überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten und eine altersentsprechende Sprachentwicklung vorliegen (vgl. Asperger, 1943, als eigenständige Diagnose ebenfalls ab 1994). Er zeigt sich vorrangig durch Besonderheiten im sozialen Miteinander und ausgeprägte, eher ungewöhnliche Interessen.
Das kann sich z.B. so äußern, dass jemand zwar sprachlich sehr differenziert kommuniziert, sich aber schwer damit tut zu erkennen, wann ein Gespräch eigentlich beendet ist, ob etwas ironisch gemeint war oder was zwischen den Zeilen mitschwingt. Oder dass die Person eine ausgeprägte Sammelleidenschaft hat oder sich über Jahre hinweg mit außergewöhnlicher Tiefe mit einem bestimmten, eher ungewöhnlichen Thema beschäftigt, wie etwa mit Fahrplänen, historischen Ereignissen oder technischen Systemen, und das weit über das übliche Maß hinaus.
Menschen, die diesem Bild nicht entsprechen, galten bisher sowohl in der Forschung, als auch in der Diagnostik – und entsprechend auch in der öffentlichen Wahrnehmung – als klar nicht autistisch.
Denn wer:
- weiblich
- älter und noch nicht diagnostiziert ist
- in der sozialen Interaktion unauffällig oder sogar kompetent wirkt
- den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht
- freundlich und empathisch rüberkommt
- ein hohes Reflexionsvermögen besitzt
- oder ganz „normale“ Interessen hat
der kann doch nicht autistisch sein.
Oder?
Forschung & Spektrum: Warum dieses Bild nicht mehr stimmt
Aus Sicht der Forschung hat sich das Bild, was Autismus ist und wie er sich zeigen kann, besonders in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich erweitert und differenziert. Bereits in den 2000er-Jahren beschrieben Forscher wie Tony Attwood, dass Autismus auch, aber eben nicht nur das klassische Stereotyp des klar sichtbaren Autisten mit schweren sozialen, kognitiven oder sprachlichen Einschränkungen oder das des ebenfalls auffälligen „eigenbrötlerischen“ und „verschrobenen“ Asperger-Autisten ist. Das Erscheinungsbild ist offensichtlich deutlich breiter als bisher angenommen. Es gibt auch nach außen hin eher unauffällige und kompensierte Formen. Seit etwa 2015 wird dieses Phänomen intensiver untersucht.
Dabei zeigt sich, dass sich gerade bei Frauen – aber durchaus auch bei manchen Männern und Menschen außerhalb der klassischen Geschlechtskategorien – Autismus nach außen hin deutlich subtiler zeigt und stärker nach innen wirkt. Besonders bei hohen kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten.
Diese Personen erscheinen zunächst einmal unauffällig und sozial angepasst. Sie haben keine starken Verhaltensauffälligkeiten im sozialen Miteinander. Oft wirken sie sogar sozial kompetent, reflektiert und empathisch. Auch fallen sie auf den ersten Blick nicht durch besonders außergewöhnliche oder ausgeprägte Interessen auf. Auf die Menschen in ihrem Umfeld wirken sie entsprechend nicht autistisch und das ist durchaus auch nachvollziehbar.
Aber es macht Autismus eben nicht unmöglich. Im Gegenteil. Dieses äußere Erscheinungsbild ist typisch für kompensierte Autisten, insbesondere Frauen und Menschen, die – wenn überhaupt – erst spät diagnostiziert werden.
Aus heutiger Sicht ist Autismus vor allem eins: Ein Spektrum bestimmter neurologischer Entwicklungsvarianten, die von der Norm abweichen – also wortwörtlich Neuro-Divergenzen. Diese gehen in erster Linie auf genetische Unterschiede zurück und können sich in unterschiedlich starken Ausprägungen äußern.
Die bisherigen Diagnosen „Frühkindlicher Autismus“, „Asperger-Autismus“ und „atypischer Autismus“ wurden daher in den Klassifikationsmanualen DSM-V (seit 2013) und ICD-11 (seit 2022) zur „Autismus-Spektrum-Störung“ zusammengefasst sowie die Kriterien erweitert. Der Fokus liegt nun weniger auf einzelnen, klar voneinander abgetrennten stereotypen Verhaltensbildern. Es wird dagegen mehr auf die grundlegenden Muster in der sozialen Kommunikation, der Wahrnehmung und der Verarbeitung von Reizen sowie im Verhalten und in den Interessen geschaut.
Es ist davon auszugehen, dass unser Wissen über Autismus auch noch weiter wachsen wird. Das Bild, das wir von Autismus haben, wird dadurch in Zukunft wahrscheinlich noch differenzierter und schärfer.
Wie maskierter Autismus innerlich erlebt wird
Inwiefern unterscheiden sich diese „unauffälligen“ Autisten nun aber von Nicht-Autisten? Wenn man es im Äußeren nicht merkt, was macht sie dann überhaupt autistisch?
Das ist eine gute Frage. Und hier ist es wichtig, sich zu bewusst zu machen, dass Autismus auf eine unterschiedliche neurologische Grundausstattung und Arbeitsweise des Nervensystems zurückgeht. Die unauffälligere Form von Autismus zeigt sich vor allem im Inneren – auf der Ebene der Wahrnehmung und der Verarbeitung von Reizen, Emotionen und Informationen.
Konkret bedeutet das oft:
Intensivere Wahrnehmung
- Reize wie Geräusche, Licht, Gerüche oder Berührungen werden intensiver oder ungefilterter wahrgenommen. (Es gibt aber auf der anderen Seite auch Autisten, die Reize weniger wahrnehmen, also hyposensibel sind.)
- Details, Muster, Strukturen oder Unstimmigkeiten, die andere Menschen vielleicht übersehen, werden häufig sehr schnell bemerkt.
Gründlicheres Nachdenken
- Informationen werden oft sehr gründlich analysiert und in der Tiefe durchdacht.
Stärkeres Fühlen
- Gefühle können sehr intensiv erlebt werden. Gleichzeitig kann es schwieriger sein, emotionale Zustände sofort einzuordnen oder auszudrücken. Dadurch können emotionale Situationen schneller Stress auslösen.
Herausfordernde soziale Situationen
- Soziale Situationen werden häufig bewusster analysiert statt intuitiv verarbeitet.
- Nonverbale Hinweise wie Tonfall, Mimik oder Ironie müssen eher aktiv interpretiert werden, weshalb Gespräche mehr mentale Energie kosten können.
Bevorzugung von Routinen und Strukturen
- Unerwartete Veränderungen oder unklare Situationen können mehr kognitive Anpassung erfordern. Daher besteht ein größeres Bedürfnis nach Routinen, Struktur und Vorhersehbarkeit, um das Nervensystem stabil zu halten.
Wenn solche Autisten ihr eigenes Erleben und ihre Erfahrungen beschreiben, klingt oft so oder so ähnlich:
„Ich erlebe mich schon seit meiner Kindheit als irgendwie ‚anders‘ als die anderen, ohne genau sagen zu können, was das genau bedeutet. Kontakte aufzubauen oder Freundschaften zu schließen, empfinde ich schon immer als schwierig, obwohl ich mir das wünsche. Ich hatte als Kind keine wirklichen Freunde, aber so richtig gestört hat mich das erst seit der Pubertät, als ich gemerkt habe, dass ich irgendwie nicht so richtig dazugehöre. Dieses Gefühl hat sich auch im Erwachsenenalter nicht wirklich geändert. Es kommt mir so vor, als hätten die anderen irgendwie verstanden, wie das soziale Miteinander funktioniert, und ich selbst habe keinen Plan davon. Egal, wie sehr ich mich bemühe und obwohl ich eigentlich immer freundlich und hilfsbereit bin.
Soziale Situationen allgemein fühlen sich schwierig an, besonders fremde Menschen, Gruppen oder auch Konflikte. Ich fühle mich oft unsicher, weiß nicht so richtig, was angemessen ist, wenn man es nicht explizit sagt, empfinde Blickkontakt als schwierig und habe Angst, etwas falsch zu machen. Lange habe ich gedacht, dass ich einfach nur sehr schüchtern bin und soziale Angst habe. Aber warum wird es dann nicht besser, trotz Therapie? Ich habe, wenn ich unter Menschen bin, auch immer das Gefühl, irgendwie eine Rolle zu spielen und gar nicht ich selbst zu sein.
Ich bin sehr sensibel. Ich trage nur bequeme Kleidung aus Baumwolle, weil sich alles andere sehr unangenehm anfühlt. Starke oder künstliche Gerüche, laute Umgebungen, viele Menschen und helles Licht empfinde ich als sehr belastend. Ich bevorzuge ruhige und angenehme Umgebungen, z.B. die Natur. Ich fühle mich schnell überfordert. Es passiert oft, dass mir einfach alles zu viel ist. Manchmal kann dann irgendwie gar nicht mehr so richtig reden und muss mich eine Weile in einen ruhigen Raum zurückziehen und warten, bis es besser wird. Und das kann schon passieren, wenn im Supermarkt mal wieder umgeräumt wurde und ich alles suchen musste.
Meine Gefühle erlebe ich als sehr stark. Sie kommen plötzlich und heftig und es fällt mir schwer und braucht Zeit, mich zu beruhigen. Manchmal überrollen sie mich auch einfach und ich weine dann völlig unkontrolliert. Ich frage mich dann auch, ob ich mich irgendwie anstelle und einfach hysterisch oder neurotisch bin. Aber in der Regel bekommt das keiner mit, weil ich das nur zu Hause zulasse.
Für mich ist es sehr wichtig, dass die Dinge ihren geordneten Gang gehen und habe für alles Listen und Pläne. Neue Situationen oder Veränderungen erlebe ich als sehr schwierig. In solchen Momenten oder Phasen komme ich schneller über meine Belastungsgrenze und brauche lange, um mich daran zu gewöhnen.
Wenn mich etwas interessiert, dann richtig. Oberflächliches ist nicht meins, ich möchte Dingen auf den Grund gehen und beschäftige mich dann sehr intensiv und langanhaltend damit und das gibt mir sehr viel. Auch meine Hobbys betreibe ich sehr intensiv. Allerdings rede ich da nicht so mit anderen darüber und behalte vieles für mich.
Ich muss auch ständig etwas mit meinen Händen machen, z.B. meine Haare drehen, mit Dingen herumspielen oder bei Angst und großer Aufregung mit den Händen gegen meine Seite klopfen. Ich mache das aber nur, wenn ich alleine bin, oder so, dass es anderen nicht unbedingt auffällt.
Oft bin ich müde und erschöpft und habe ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Pausen, selbst an ganz normalen Tagen. Ich gebe mir trotzdem Mühe, halbwegs normal zu funktionieren, was mir aber offensichtlich schwerer fällt als anderen. Manchmal frage ich mich daher schon, was mit mir los ist und was ich eigentlich falsch mache.“
Hier wird klar, dass, auch wenn der Autismus nach außen nicht sichtbar ist, im Inneren doch eine ganze Menge passiert, was oft als belastend, aber zum Teil auch, wie bei der gründlichen Beschäftigung mit Interessengebieten und Hobbys, als bereichernd erlebt wird. Was in der Beschreibung auch deutlich wird, ist, dass diese Menschen sehr viel nach außen hin verbergen, worauf ich im nächsten Abschnitt noch genauer eingehen werde.
Auch Nicht-Autisten oder Menschen mit neurodivergenten Zügen können sich durchaus in solchen Beschreibungen wiederfinden. Der entscheidende Unterschied bei Autismus ist, dass es sich nicht nur um einzelne Merkmale, sondern um ein umfassendes Muster handelt. Es tritt außerdem nicht nur in einzelnen Situationen oder Phasen auf, sondern besteht oft schon seit dem Kleinkindalter und hält konsequent über die Lebenszeit und alle Lebensphasen hinweg an. Autisten berichten oft, dass sie „eigentlich schon immer so“ waren und dass es keinen bestimmten Auslöser gab.
Schwierigkeiten können dabei auch schon früh erlebt werden, aber auch erst später im Leben deutlicher werden, wie beispielsweise in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter, wenn das soziale Umfeld und die Aufgaben komplexer und fordernder werden.
Was Masking bei Autismus bedeutet
Wie kommt es, dass sich Autismus bei einigen so stark zeigt und bei anderen nach außen hin eher unauffällig bleibt?
Ob und wie sich Autismus nach außen zeigt, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen gibt es Hinweise, dass innerhalb des Autismus-Spektrums unterschiedliche Genvariationen in unterschiedlicher Ausprägung vorliegen können, die entsprechend äußere Unterschiede (mit-)erklären können (vgl. Litman, Sauerwald und Green Snyder „Decomposition of phenotypic heterogeneity in autism reveals underlying genetic programs“, veröffentlicht Juli 2025 in Nature Genetics)
Darüber hinaus können kognitive und sprachliche Fähigkeiten genutzt werden, autistische Merkmale nach außen hin zu überdecken oder zu kompensieren.
Eine große Rolle spielen aber auch die Sozialisation und das persönliche Umfeld, in dem man aufgewachsen ist. Frauen werden eher dazu erzogen, sich anzupassen und nicht aufzufallen. Ein autoritäres, emotional wenig unterstützendes Umfeld führt häufig ebenso zu einem angepassten, nach außen hin unauffälligen Verhalten.
Wissenschaftler sprechen hier vom sogenannten „Maskieren“, auf Englisch „Masking“ oder „Camouflaging“. Doch was ist eigentlich Masking?
Definition von Masking
Maskieren oder Masking bedeutet, dass man sein Verhalten sowie seine Art zu kommunizieren und seine Gefühle zu zeigen an die wahrgenommenen gesellschaftlichen Normen anpasst. Das kann bewusst oder unbewusst passieren. Der Unterschied zur normalen sozialen Anpassung ist, dass Masking bei Autisten nicht nur situativ stattfindet, um in einer bestimmten Situation angemessen zu reagieren. Stattdessen werden in sozialen Situationen dauerhaft und übergreifend Teile der eigenen neurologischen Identität unterdrückt.
Wie zeigt sich Masking?
Masking zeigt sich für Betroffene durch:
- Kontrollieren von Mimik und Gesichtsausdruck, z.B. den Blickkontakt bewusst halten oder steuern, bewusst lächeln
- Anpassung des Tonfalls oder Sprechtempos, z.B. monotone Stimmlagen vermeiden, die Stimme heben oder senken, langsamer oder schneller sprechen
- Analytisches Erklären von Gefühlen oder Gedanken, statt sie spontan zu zeigen, z.B. statt Traurigkeit zu zeigen, erklärt man: „Ich fühle mich gerade traurig, weil…“
- Anpassen der Sprache, z.B. Smalltalk forcieren, obwohl man selbst kein Interesse daran verspürt, bestimmte Wörter oder Ausdrucksweisen vermeiden
- Gestik bewusst steuern oder einschränken, z.B. die Hände ruhig halten, Gesten gezielt einsetzen oder bewusst nicken
- Unterdrücken des sogenannten Stimmings (von Englisch „self-stimulating behavior“, ein für Autisten typisches Verhaltensmuster, um das Nervensystem zu regulieren), z.B. mit den Fingern trommeln, mit dem Fuß wippen oder an Haaren bzw. Kleidung herumspielen
- Auswahl der Kleidung anhand von der Norm statt dem eigenen Geschmack
- Verbergen oder Anpassen von Interessen oder Hobbys
- Vorausschauendes Planen von sozialen Interaktionen, um Fehler zu vermeiden, z.B. Gesprächsthemen vorher überlegen, Reaktionen auf mögliche Fragen antizipieren, sich mental vorbereiten, wann man etwas sagen oder schweigen sollte, Smalltalk üben
- Unterdrücken von spontanen Reaktionen, z. B. Lachen, Seufzen, Aufregen
- permanente Selbstbeobachtung
Nach außen hin wirkt die Person dadurch „normal“ und durchaus freundlich und zugewandt, aber mitunter auch etwas schüchtern, zurückhaltend und manchmal leicht nervös oder angespannt. Unter Umständen kann der Eindruck entstehen, dass sie ein wenig schwer zu durchschauen ist oder dass eine gewisse Distanz bleibt, obwohl sie sich korrekt und bemüht verhält. Oft fällt anderen aber gar nichts Besonderes auf, vor allem, wenn sie die Person nur flüchtig kennen. Angehörige merken in der Regel aber schon, dass irgendetwas „anders“ ist, bringen das aber meist nicht mit Autismus in Verbindung (s.u.).
Warum maskieren Autisten?
Menschen lernen schon sehr früh, was als „normal“ gilt: Wie man sich verhält, seine Gefühle zeigt, welche Interessen üblich sind oder wie man kommuniziert. Wer nicht intuitiv in diese Normen passt, spürt schnell direkte oder indirekte Ablehnung, Unverständnis oder Kritik. Schon in der Kindheit erleben Autisten häufig, dass Unterschiede negative Reaktionen auslösen können wie z.B. Hänseleien, Ausschluss oder Strafen. Daraus entsteht dann die Erkenntnis: „Wenn ich so bin, wie ich wirklich bin, gibt es Probleme.“
Das führt dann dazu, dass Betroffene beobachten, wie andere sich sozial verhalten, und versuchen, dieses Verhalten nachzuahmen oder zu übernehmen, um freundlich, selbstsicher, normal oder neutral zu wirken, nicht aufzufallen, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden, mit dem Ziel, von anderen akzeptiert und nicht abgelehnt zu werden. Das passiert durchaus auch schon im Kindesalter und findet nicht unbedingt bewusst statt.
Mit der Zeit kann sich dieses Masking sowohl im sozialen als auch später im beruflichen Umfeld als Schutzmechanismus etablieren. Je öfter es erfolgreich ist, also Ablehnung vermieden wird, desto mehr verfestigt es sich. Mit der Zeit wird es so immer mehr zur automatisierten Strategie.
Auswirkungen des Maskings
Masking hat also in erster Linie eine soziale Schutzfunktion. Es führt aber auch oft zu erheblichen Problemen wie Erschöpfung, Stress und dem Gefühl, nicht ganz man selbst sein zu können.
Masking erfordert ständige Aufmerksamkeit, Kontrolle und Energie, um Verhalten, Sprache, Mimik, Tonfall, Interessen etc. anzupassen. Das Nervensystem arbeitet dabei permanent auf Hochtouren: Reize werden stärker verarbeitet, Entscheidungen müssen bewusst getroffen werden, Emotionen werden analysiert statt spontan erlebt. Das Ergebnis sind körperliche und mentale Müdigkeit, Reizüberflutung und Stress.
Es können dabei auch soziale Ängste entstehen, dass die anderen mitbekommen könnten, dass man in Wirklichkeit ganz anders ist, und sie einen am Ende doch als „komisch“ wahrnehmen und ablehnen. Man kann so nicht die Erfahrung machen, dass andere einen möglicherweise doch akzeptieren könnten.
Wenn man sich nach außen verstellt, ist es außerdem auch schwierig, authentische Beziehungen zu führen. Andere Menschen lernen dann nur die angepasste Fassade kennen und können die wahren Gefühle oder Bedürfnisse entsprechend nicht wahrnehmen. Dadurch können tiefe emotionale Nähe und Verbundenheit schwerer entstehen.
Letztlich können auch Identitätskonflikte auftreten, da Masking bedeutet, dass ein Teil der eigenen authentischen Persönlichkeit dauerhaft verborgen oder unterdrückt wird. Inneres Erleben und äußeres Verhalten werden dabei oft als widersprüchlich erlebt, und es entsteht das Gefühl, unter Menschen nicht wirklich man selbst sein zu können. Das kann belastend, verwirrend oder frustrierend sein, weil man ständig zwischen dem eigenen inneren Erleben und der sozialen Rolle im Außen balanciert. In manchen Momenten stellt sich dann auch die Frage, wer man eigentlich wirklich ist. Gleichzeitig haben viele Autisten aber durchaus ein stabiles Selbstbild, auch wenn es ihnen schwerfallen kann, dieses nach außen zu zeigen.
Hochfunktionaler Autismus
Manchmal wird im Zusammenhang mit maskiertem Autismus übrigens auch von „hochfunktionalem Autismus“ gesprochen. Dieser Begriff gilt aber nicht als unproblematisch, weil er vor allem die Außenperspektive beleuchtet und impliziert, der Mensch würde problemlos funktionieren, während der Preis im Inneren dafür sehr hoch sein kann. In letzter Zeit hat sich eine Unterteilung in drei Stufen etabliert, orientiert an dem jeweiligen Unterstützungsbedarf: Stufe 1 – brauchen Unterstützung, Stufe 2 – brauchen umfangreiche Unterstützung, Stufe 3 – brauchen sehr umfangreiche Unterstützung. Das macht besser deutlich, dass alle Autisten in einer „normalen“ Welt Unterstützung benötigen – auch die, die nach außen hin funktionieren. Nur eben in unterschiedlichem Ausmaß und auf unterschiedliche Weise.
Wie Masking bei Autismus zu Selbstzweifeln führt
Bevor diese Menschen erkennen, dass sie autistisch sind, oder eine entsprechende Diagnose erhalten, werden Ihre Eigenarten und Schwierigkeiten häufig anders eingeordnet – sowohl von ihnen selbst als auch von ihrem Umfeld und sogar von Therapeuten.
Häufige Erklärungen sind dabei:
- Schüchternheit
- Hochsensibilität
- Perfektionismus
- Ängste und Angststörungen
- Zwangsstörungen
- Burnout
- Traumata, dabei besonders Entwicklungstraumata
- Persönlichkeitsstörungen wie Borderline, selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung
Das ist auch erstmal naheliegend, wenn „Autismus mit Masking“ nicht bekannt ist und damit als Erklärung nicht in Erwägung gezogen werden kann. Und: Diese Erklärungen müssen nicht zwangsläufig falsch sein. Allerdings schließen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale oder Diagnosen Autismus eben auch nicht automatisch aus. Menschen können autistisch sein UND eine oder mehrere der genannten Eigenschaften oder Störungen haben. Viele Autisten leiden zum Beispiel unter Ängsten oder anderen psychischen Problemen, besonders dann, wenn ihr Autismus (noch) unerkannt ist.
Aber diese Erklärungen können auch tatsächlich nicht zutreffen. Bei genauerem Hinsehen kann auffallen, dass sie irgendwie nicht so richtig passen und man ein paar kognitive Verrenkungen anstellen muss, um weiter daran festhalten zu können. Und es kann auch sein, dass es Aspekte gibt, die sie nicht vollständig erklären können.
Beispielsweise wirkt die autistische Person vielleicht selbstunsicher-vermeidend, weil sie grundsätzlich soziale Situationen vermeidet, was sehr typisch für Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung ist. Es stellt sich dann aber heraus, dass sie einen durchaus stabilen Selbstwert hat, was diese Diagnose klar ausschließt. Oder man schätzt sie als schüchtern oder sozial ängstlich ein. Vielleicht liegt tatsächlich Angst vor der Bewertung durch andere vor. Dazu mischt sich aber eine anhaltende Unsicherheit darüber, welches Verhalten angemessen ist, was man sagen kann, wann und wie man Gespräche beenden kann, ein Gefühl, nicht dazuzugehören, mangelndes Interesse an Smalltalk oder der Wunsch, in neuen sozialen Situationen erstmal nur zu beobachten. All das ist für Schüchternheit oder eine reine soziale Angst untypisch und passt eher zu (maskiertem) Autismus.
Für unerkannte Autisten sind solche unzureichenden oder gar unzutreffenden Erklärungen sehr schwierig. Besonders dann, wenn klassische Strategien und Therapien, die anderen durchaus helfen, bei ihnen trotz aller Bemühungen nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Und wenn es weiterhin Schwierigkeiten gibt, für die es keine so wirkliche Erklärung gibt wie z.B. wiederkehrende starke Überlastungsreaktionen wie Shutdowns und Meltdowns. Das kann als persönliche Schwäche wahrgenommen werden und zu einem ständigen Gefühl des Misserfolgs führen. Viele stellen sich die Frage, warum sich das Leben so schwer anfühlt, warum sie es nicht besser hinbekommen, und zweifeln dadurch permanent an sich selbst.
Es empfiehlt sich also besonders bei grundsätzlichen und anhaltenden Schwierigkeiten zu schauen, ob darunter nicht eventuell Autismus verborgen liegen könnte.
Diagnostik & späte Erkenntnis
Durch das Maskieren werden Autisten also oft sehr spät als solche erkannt, aber auch darüber hinaus oft missverstanden.
Es passiert in solchen Fällen eher selten, dass Autismus als mögliche Erklärung von außen an die Person herangetragen wird. Besonders im psychotherapeutischen Bereich besteht hier noch eine erhebliche Lücke, da Autismus eher im Bereich der Neurologie angesiedelt ist und daher kein Schwerpunkt in der Psychotherapeutenausbildung ist, sondern eher am Rande behandelt wird. Entsprechend wissen viele Therapeuten sehr wenig darüber.
Selbsterkenntnis bei Autismus mit Masking
Oft beginnt die Erkenntnis hier auch dort, wo der Autismus am ehesten spürbar ist – im Inneren. Man liest oder hört mehr oder zufällig etwas über maskierten Autismus oder Autismus bei Frauen und denkt plötzlich: „Oh…“. Man spürt: Das hier hat möglicherweise etwas mit mir zu tun.
Diese Erkenntnis ist oft erstmal von vielen Zweifeln begleitet – immerhin hat man ja auch selbst ein ganzes Leben lang ein anderes Verständnis von seinen Schwierigkeiten und auch von Autismus gehabt. Mit der Zeit und der für Autisten oft typischen intensiven Beschäftigung mit der Thematik verdichtet sich das Bild aber zunehmend. Es wird für einen selbst immer klarer: „Ich bin wohl wirklich autistisch.“ Auf einmal ergibt alles Sinn.
Und das fühlt sich anfangs sehr ungewohnt an. Oft ist es eine Mischung aus Erleichterung, endlich eine Erklärung für viele offene Fragen zu haben, Trauer über die verlorene Zeit mit falschen oder unzureichenden Erklärungen und unpassenden Bewältigungsstrategien, Zweifel, ob man sich das vielleicht nur einredet, und Verunsicherung, was das jetzt für die Zukunft bedeutet.
Schwierigkeiten in der Diagnostik bei Masking
Es ist derzeit nicht leicht, Zugang zu einer professionellen Diagnostik zu bekommen. Die Plätze für Erwachsene sind sehr begrenzt und entweder mit langen Warte- und/oder Fahrzeiten oder mit zum Teil hohen Kosten verbunden.
Und auch in der Diagnostik selbst können Schwierigkeiten auftreten. Kriterien sind zum Teil immer noch veraltet, Diagnostiker nicht geschult auf Masking bei Autismus oder nicht sensibel dafür. Dazu kommt, dass das Masking so automatisiert ist, dass es natürlich auch während der Diagnostik auftritt. Und das kann Ergebnisse deutlich in Richtung Nicht-Diagnose verzerren. Es ist also nicht so, dass kompensierte Autisten überdiagnostiziert werden, sondern es ist eher davon auszugehen, dass sie nach wie vor unterdiagnostiziert sind.
Wenn nach einer umfassenden Diagnostik das Ergebnis „Ausschluss Autismus-Spektrum-Störung“ lautet, ist es wichtig zu schauen, wie es dazu kam. Manchmal lassen sich die Schwierigkeiten tatsächlich hinreichend und für die betreffende Person nachvollziehbar mit einer anderen Erklärung begründen. Argumente wie: „Sie sind nicht autistisch, weil Sie zu sozial/zu empathisch sind“ dürfen dagegen aber hinterfragt werden und es kann hier sinnvoll sein, eine Zweitmeinung von Diagnostikern einzuholen, die erfahren im Erkennen von maskiertem Autismus sind.
Aber auch selbst nach einer Diagnose bleiben oft noch innere Zweifel bestehen und viele fragen sich: „Vielleicht bin ich ja doch nur schüchtern, ängstlich oder perfektionistisch?“ Man hat die bisherigen Erklärungen so stark verinnerlicht und sich damit teilweise sein Leben lang identifiziert hat, dass es Zeit und Geduld braucht, diese zu verändern. Desinteressierte, ungläubige oder ablehnende Reaktionen aus dem Umfeld sind hier wenig hilfreich und wirken verstärkend auf diese Zweifel.
Äußere Zweifel und Selbstverständnis
Wie kommt es, dass Menschen sich ablehnend gegenüber der Erkenntnis oder Diagnose „Autismus“ äußern?
Mögliche Gründe für Zweifel von außen
Oft liegt es am beschriebenen fehlenden Wissen über den aktuellen Stand der Wissenschaft. Es wird mit dem gängigen Stereotyp verglichen, nicht mit Autismus in der Breite. Dahinter steckt oft keine böse Absicht, und wenn das Gegenüber eine gewisse Offenheit mitbringt, ist es vielleicht möglich, mehr über Autismus zu erzählen – vielleicht sogar diesen Artikel zu zeigen.
Mitunter geht es aber auch um den Schutz des eigenen Selbst- und Weltbildes. Manche Menschen tun sich sehr schwer damit, neue Erkenntnisse zuzulassen, die von außen an sie herangetragen werden, und erleben das wie eine Kritik an ihrer Person. Die Reaktion darauf ist dann Abwehr: „Autismus ist so und nicht anders. Punkt.“ Hier bringt es dann oft auch wenig, mit Fakten zu argumentieren, weil das die ablehnende Haltung noch mehr verstärken kann. Ein Weg könnte sein, mehr darüber zu sprechen, was die Erkenntnis, autistisch zu sein, für einen selbst bedeutet. Aber manchmal ist es vielleicht sinnvoll zu akzeptieren, dass man von dieser Person keinen Zuspruch oder Unterstützung erfahren wird und sich auf die Menschen konzentriert, die dazu in der Lage sind.
Manchmal kommt so eine Reaktion auch von wohlgemeintem Mitleid. Da Autismus klinisch als eine „Störung“ bezeichnet wird, wird er schnell als etwas rein Negatives wahrgenommen: „Wenn es Autismus ist, kann man ja gar nichts mehr machen“. Oft erleben Menschen die Erkenntnis, dass sie autistisch sind, aber nicht als belastend, sondern eher als befreiend und identitätsstiftend.
Und letztlich kann eine Aussage wie: „Sind wir nicht alle ein bisschen autistisch?“ unter Umständen auch ein verdeckter Hinweis sein, dass die Person, die das äußert, vielleicht selbst neurodivergente oder autistische Merkmale haben könnte. Wenn sie an den Schilderungen nichts Ungewöhnliches findet, dann stellt sich schon die Frage: Warum nicht? Denn nein, wir sind nicht alle autistisch. Auch nicht ein bisschen. Es gibt sehr viele nicht-autistische Menschen, es gibt einige neurodivergente Menschen mit autistischen Zügen, die aber nicht das volle Bild erfüllen und in der Regel gut in ihrem Alltag zurechtkommen, und es gibt Autisten mit besonderen Herausforderungen, aber auch Stärken, die andere Menschen in dieser Form nicht haben.
Was auch immer dahintersteckt, eins haben alle diese Aussagen auf jeden Fall gemeinsam: Sie beweisen erst einmal gar nichts und sie sind auch kein valides Gegenargument.
Selbstverständnis trotz Zweifeln
Wenn die Muster passen und sich ein kohärentes und konsistentes Bild ergibt, das mit maskiertem Autismus zusammenpasst und das Erleben und die Schwierigkeiten besser und umfassender erklären kann als die bisherigen Begründungen, dann entstehen Zweifel eher, weil man die Mehrdimensionalität von Autismus nicht versteht, mit stereotypen Vorstellungen vergleicht oder an veralteten Sichtweisen oder Erklärungen festhält.
Und es ist trotzdem in Ordnung, einen Restzweifel da sein zu lassen. Es gibt derzeit keinen biologischen Test, der Autismus zu 100% bestätigen könnte. Eine Diagnose ergibt sich aus Verhaltensbeobachtungen, Selbstbeschreibungen und einigen standardisierten Interviews und Test, die von einem fachlich geschulten und erfahrenen Diagnostiker, im Idealfall von mehreren, durchgeführt und ausgewertet werden. Es bleibt also am Ende eine Einschätzung, keine absolute Sicherheit.
Dennoch gilt: Wenn sich die Erkenntnis autistisch zu sein stimmig anfühlt und wenn sie einem hilft, sich selbst mehr zu akzeptieren, freundlicher und nachsichtiger mit sich umzugehen und sein Leben so zu gestalten, dass es mehr zu einem selbst passt und weniger zu Erschöpfung und Überforderung führt, dann erscheint es gerechtfertigt, sie als zutreffend und nützlich anzusehen.
Fazit und Ausblick
Nicht jeder Autist zeigt klassische Auffälligkeiten. Autismus ist vielfältig. Viele Autisten, besonders solche mit hohen kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten und vor allem Frauen verbergen ihre autistischen Merkmale nach außen hin. Das schließt Autismus nicht aus, sondern ist ein Zeichen von Anpassungsfähigkeit. Neurologische Unterschiede können trotzdem bestehen. Masking erschwert es aber, Autismus zu erkennen – sowohl für Betroffene selbst, als auch für Außenstehende und selbst für Diagnostiker.
Wenn man sozial kompetent, reflektiert, empathisch ist und nach außen hin „funktioniert“, kann man nicht autistisch sein? Doch. Genau so sieht Autismus mit Kompensation aus.
Es ist wichtig, dass wir unser gesellschaftliches Bild von Autismus sowie die diagnostischen Kriterien weiter an den Stand der Forschung anpassen. So können wir Autismus auch in der Breite wahrnehmen und anerkennen.
Das kann in Zukunft mehr Betroffenen die Möglichkeit eröffnen, ihre eigene neurologische Realität zu erkennen. Und ihnen so eine Erklärung liefern, warum sie so sind, wie sie sind, warum ihnen gewisse Dinge schwerfallen und auch, warum sie manche Dinge wiederum sehr gut können. Und es bietet ihnen eine Chance, mit ihren Schwierigkeiten auf eine Art umzugehen, die zu ihrer Neurobiologie passt, anstatt weiter auf Kosten ihres eigenen Wohlbefindens und ihrer psychischen Gesundheit möglichst „normal“ wirken und wie alle anderen „funktionieren“ zu wollen.
Auf gesellschaftlicher Ebene ermöglicht es, spät erkannten Autisten mit mehr Offenheit und Verständnis zu begegnen. So kann ihr Selbsterkenntnisprozess erleichtert werden.
Je besser wir Masking verstehen, desto differenzierter wird unser Blick auf Autismus und desto mehr können Menschen ihr wirkliches Selbst erkennen und zeigen.
Zum Weiterlesen: Neurodivergenz erkennen – erste Schritte zur Selbsteinschätzung
Ein kurzer Selbsttest mit Fokus auf typische Merkmale bei autistischen Erwachsenen mit oder ohne Masking:
Wenn maskierter Autismus für Sie ein Thema ist, weil Sie sich fragen, ob Sie vielleicht betroffen sind, Sie mit Zweifeln im Inneren oder von außen zu tun haben oder einen guten Umgang damit suchen, begleite ich Sie gern in meiner psychologischen Onlineberatung per schriftlicher Nachrichten, Telefon oder Videogespräch dabei, Ihr Erleben besser zu verstehen und passende Wege für sich zu entwickeln.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf meiner Website: loesbar-online.de
Oder schreiben Sie mir direkt unter: info@loesbar-online.de
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